Von Liebe und Gastfreundschaft - Festwochenende zum Doppeljubiläum

Nachricht 19. Juli 2018

Das Festwochenende zum Doppeljubiläum

„Ich werde hier menschenfreundlich und liebenswürdig behandelt. Eine große Liebe ist die Grundlage für diese Lebensführung“, so beschreibt im Jahr 1457 ein Reisender seine Erfahrungen im Kloster Bursfelde. 561 Jahre später blickt Bursfelde zurück auf 925 Jahre Klosterkirche und 40 Jahre Geistliches Zentrum. „Mit einen bunten Strauß an Veranstaltungen wollen wir dies festlich begehen“, so beschrieb Dr. Silke Harms, Referentin im Geistlichen Zentrum, das Programm für das Festwochenendes am 14. und 15. Juli. Im Frühjahr hatte bereits die Vortragsreihe „Weserklöster“ das Jubiläumsjahr eingeleitet.

Ehemaligentreffen und „Click im Kloster“

Mit einem Treffen ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begannen die Feierlichkeiten am Samstagmittag. Diakon Klaas Grensemann, Referent im Geistlichen Zentrum, eröffnete dann am Nachmittag die Foto-Installation „Click im Kloster“ der Klosterkammer Hannover. „Wir möchten mit dem Projekt ‚Click im Kloster‘ Menschen die Klöster und Stifte der Klosterkammer näher bringen“, sagte Kristina Weidelhofer von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Klosterkammer Hannover.

Am 2. und 3. Dezember 2017 erkundeten elf Amateurfotografen jeglichen Kenntnisstandes die Umgebung des Klosters Bursfelde mit ihren Kameras. Die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Klosterensemble und die Umgebung sind nun auf einer 3 mal 4 Meter großen Fotoinstallation mit 28 Einzelbildern bis Ende November auf dem Klostergelände zu sehen. Zusammen mit den Ergebnissen der „Click-im-Kloster-Workshops“ aus weiteren Klöstern und Stiften sind sie ebenfalls rund um das Landesmuseum in Hannover ausgestellt, während im Landesmuseum die Ausstellung „Klosterschätze“ zum 200-jährigen Bestehen der Klosterkammer gezeigt wird.

Im Anschluss an die Präsentation bestand die Möglichkeit, in der nahen Pilgerherberge mit dem Workshopleiter und Fotokünstler Uwe Stelter ins Gespräch zu kommen. Jannis Frerichs nahm mit 23 Jahren als jüngster Teilnehmer an dem Workshop teil. An dem verhangenen Dezembertag war er zunächst skeptisch, „wie man bei so einem Wetter gute Fotos machen kann.“ Jetzt ist der Auszubildende und Hobbyfotograf erfreut, wie interessant die Fotos geworden sind. Aufmerksam auf den Workshop wurde er durch einen Flyer, als er im August 2017 bei einem Konzert zum ersten Mal in Bursfelde war. Das Konzept ist aufgegangen, Frerichs möchte auf jeden Fall wieder kommen.

„Resonanzen. Künstlerische Perspektiven auf das Kloster Bursfelde“

„Was für eine gute Idee, dass hier jetzt Bilder hängen, die einen neuen Blick auf das Haus ermöglichen!“ So begrüßte Klaus-Gerhard Reichenheim, Leiter des Geistlichen Zentrums Kloster Bursfelde, die Gäste abends zur Vernissage „Resonanzen. Künstlerische Perspektiven auf das Kloster Bursfelde“ mit Bildern des aus Bremen stammenden fotografischen Künstlers Olaf Schlote.

In seinem Einführungsvortrag betonte der Kunsthistoriker Dr. Frank Laukötter, „dass in den Bildern von Olaf Schlote etwas Größeres hindurchscheint.“ In den Lichtskulpturen in der Kirche zum Beispiel komme das Licht von hinten, ähnlich wie in einem Kirchenfenster. Ralf Tyra, der Direktor des Hauses kirchlicher Dienste, erzählte, dass nach anfänglicher Skepsis das Verhältnis zwischen dem Künstler und Bursfelde „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen sei.

„Ich habe hier eine wunderbare Solidargemeinschaft erlebt“, berichtete Schlote selbst, der das Kloster seit Februar vier Mal für etwa eine Woche besucht hatte. Um für die Eingangshalle, die Flure und die Westkirche jeweils passende Motive zu finden, hat er sich den Menschen und den Gebäuden über Gespräche und lange Spaziergänge angenähert. Die Bandbreite der Bilder reicht von figürlichen Darstellungen, etwa drei Schwarz-weiß-Fotografien, bis zu Lichtskulpturen in der Westkirche, die zunehmend an Gegenständlichkeit verlieren und so eine große Offenheit für verschiedene Deutungen zulassen. Ermöglicht wurde das Projekt durch die finanzielle Unterstützung der Klosterkammer, des Kunstreferats der Landeskirche und durch weitere kirchlicher Mittel.

Die großformatigen Bilder im Treppenhaus der Eingangshalle bewegen sich auf der Grenze zwischen Fotografie, Film und Malerei. „Ich bin bei längerer Belichtungszeit mit dem Fotoapparat in die Luft gesprungen“, beschreibt der Künstler seinen körperlichen Einsatz zur Entstehung der Bilder. So sind auf einem Bild aus der Westkirche alle Personen nur noch stark verwischt zu sehen sind. Dominierend ist das Licht, das durch die hochgelegenen Fenster in den Raum fällt. „Warum der Engel an der Empore aber entschieden hat, doch noch einigermaßen erkennbar zu bleiben, ist für mich ein kleines Wunder“, staunte der Künstler selbst noch immer über das entstandene Kunstwerk.

Sommerabend im Klostergarten

Anschließend an die Vernissage konnten sich die Besucher an den Köstlichkeiten der Klosterküche bei einem „Sommerabend im Klostergarten“ mit Livemusik des Künstlers Christian Möller erfreuen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tagungshauses und die Mitglieder des Förderkreises sorgten für ein stimmungsvolles Ambiente.
Festgottesdienst und Vortrag am Sonntag

Stimmen zum Jubiläum

Dr. Silke Harms, Referentin im Kloster Bursfelde und Hauptverantwortliche in der Vorbereitung des Jubiläums: „Ich freue mich sehr, dass das Jubiläum, das aus so verschiedenen Veranstaltungen bestand, mit Ausstellungseröffnung, Vernissage, Ehemaligentreffen, Gottesdienst und Vortrag, so eine runde Sache geworden ist.“

Aus dem Förderkreis

Björn Herzfeldt kam das erste Mal zu Schweigeexerzitien nach Bursfelde: „Ich erlebe hier große Liebe und Gastfreundschaft, deshalb komme ich immer wieder hier her.“ Sigrid Linke ist dem Haus schon seit den Anfangszeiten verbunden. "Immer wenn ich durch die Pforte vor dem Tagungshaus gehe, habe ich das Gefühl, in eine andere Sphäre einzutreten.“