Was erwartet mich?

Miteinander danach fragen, was der Glaube uns heute bedeutet und im Fragen und ausprobieren darin zu wachsen, darum soll es gehen.

Was können wir vom klösterlichen Leben auch heute noch für unser Leben lernen? Das klösterliche "Ora et labora et lege – beten und arbeiten und lesen (lernen)" soll uns und unser Miteinander tragen.

Es wird auch Zeit für sich selbst geben. Wo stehe ich? Was glaube ich? Wie kann mein Glaube wachsen und mir gute Stütze im Alltag sein? Aber auch Zeit, um Spaß zu haben, Freizeit gemeinsam zu gestalten,  Musik zu machen oder kreativ zu werden.

Zwischen den Einkehrtagen im Kloster wollen wir als Kommunität im Austausch bleiben. Ob durch soziale Netzwerke, regionale Treffen oder verabredete Gebetszeiten an den Orten, an denen wir gerade sind. Wir wollen die Projektzeit im Verständnis einer Kommunität auf Zeit bewusst erleben.

In jeder Kurseinheit werden uns Übungen und Aktionen aus folgenden Themen begegnen:

  • Ausdrucksformen christlicher Spiritualität kennenlernen und einüben
  • Geistliche Biografie –Arbeit und Christ*in-sein-im-Alltag
  • Grundzüge benediktinischen Lebens kennenlernen und einüben
  • Gemeinschaft erfahren und stärken

Ein paar Gedanken zum Tragen der Albe bei den Gebetszeiten...

Nur zu den Gebetszeiten tragen Teilnehmende, Leitungsteam und Referenten im Klosterprojekt eine schlichte, graue Albe. Sie ist Ausdruck unserer gemeinsamen Suche nach Gott. Wie unterschiedlich wir auch sein mögen, welche Zuversicht oder welche Zweifel uns auch persönlich ausmachen mögen - im Gebet sind wir eine Gemeinschaft! Wir beten für einander und für andere.

In manchen Klöstern oder Kommunitäten wird es genau so gehandhabt wie bei uns, nämlich nur zu den Gebetszeiten die Albe zu tragen (z.B. bei den Brüdern in Taizé, bei den Schwestern der Communität Casteller Ring oder in der Community of St. Anselm in London). In anderen Kommunitäten tragen die Schwestern oder Brüder ständig das sogenannte "Habit".

Im Netz fanden wir dazu folgende Definition: "Der Habit ist die Ordenstracht einer Ordensgemeinschaft. Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen habitus „Haltung, Gestalt". Der Habit hat sich aus der Arbeitskleidung der oberitalienischen Bevölkerung im 6. Jahrhundert entwickelt.“

Also: das Tragen eines Habit hilft, eine neuen Habitus, eine neue Haltung der Ehrfurcht und Ernsthaftigkeit einzuüben. Natürlich können wir uns Gott nahen wie wir sind. Dennoch gibt es z.B. Geschichten wie die Berufung des Mose, wo es heißt: „Zieh deine Schuhe aus, denn du stehst auf heiligem Land“ (Exodus 3). Beim Betreten einer Kirche den Hut oder die Mütze abzunehmen, hat mit einem ähnlichen Gedanken zu tun.

Im Alltag ist uns das im Grunde auch nicht so fremd, denn wer kennt nicht die Situation, sich z.B. für eine Hochzeitsfeier besonders schick anzuziehen. Unterschiedliche Kleidung zu unterschiedlichen Anlässen. Die Albe im Klosterprojekt ist damit aber keine Verkleidung! Wenn wir sie anlegen, so tun wir das im Wissen darum, dass sie uns helfen soll, uns als Gemeinschaft auf Gott auszurichten und uns in dieser Haltung zu üben.

Warum die graue Albe?

Der Rhythmus der Gebetszeiten trägt uns durch den Tag. Wir feiern, beten, arbeiten und üben gemeinsam. 

Äußeres Zeichen unserer Gemeinschaft  im Gebet ist das Tragen einer schlichten Albe nur zu den Gebetszeiten. Sie drückt aus, dass wir in aller Unterschiedlichkeit dieselbe Sehnsucht teilen: Gottes Nähe zu suchen, ihn bewusst in unser Miteinander und in unser Leben hinein zu nehmen.

Die Albe ist relativ weit geschnitten. Sie engt uns nicht ein, sondern kleidet uns, wärmt uns (besonders nützlich in der oft sehr kühlen Klosterkirche) und erinnert uns daran, dass wir "hineinwachsen" dürfen und jede und jeder dabei ein ganz eigenes Tempo haben darf.

Zu allen anderen Zeiten trägt jede und jeder das, was er oder sie eben trägt. Für alle gibt es dazu noch einen Kapuzenpullover mit Logo des KlosterProjekts. Diesen "Hoodie" darf jede und jeder mit nach Hause nehmen und tragen, wann immer man mag und es nützlich ist. Die Alben verbleiben zwischen den Kurseinheiten im Kloster.